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Herstellen eines pflanzlichen Schnittes

Das ist die typische Aufgabe zur Herstellung eines mikroskopischen Präparates. Folgende Arbeitsschritte sind notwendig:

Einspannen in ein Mikrotom

Um gleichmässige parallele Schnitte zu gewährleisten, ist ein Mikrotom notwendig. Schnitte von Hand sind zwar möglich, sie werden jedoch unterschiedlich und ungleichmässig dick. Zum Einspannen verwenden Profis Holundermark oder eine zurechtgeschnittene Rübe. Ich selbst nehme gern Styrodur. Das wird im Baumarkt zur Wärmedämmung in grossen Tafeln sehr preisgünstig angeboten und hat optimale Eigenschaften. Vorsicht: Styropor enthält harte Teilchen, die das Messer sofort stumpf werden lassen

Schneiden

Zum Schneiden ist ein „rattenscharfes“ Messer, hier ein Rasiermesser notwendig. Der Schnitt erfolgt ziehend. Der richtige Winkel des Messers in Bezug auf die Schnittebene ergibt sich beim Handmikrotom automatisch. Beim Schneiden das Messer mit Wasser benetzen. Der Schnitt schwimmt dann auf dem Messer und kann leicht mit einem kleinen Aquarellpinsel abgehoben werden.

Aussortieren von ungeeigneten Schnitten

Ungeeignete Schnitte (zerrissen, zu dick, usw.) jetzt aussortieren. Dazu leistet ein Stereomikroskop gute Dienste. Danach jeden Schnitt mittig auf einen gereinigten Objektträger legen.

Färben

Sollten die Schnitte viel eigenen -meist grünen- Farbstoffe enthalten, mit Klorix für ein paar Stunden entfärben. Klorix ist übrigens ein recht wirksamer Haushaltsreiniger.

Das Färben geschieht genau nach Vorschrift des Herstellers. Dicke Schnitte müssen in aller Regel länger eingefärbt werden, als dünne. Empfehlenswert ist die Verwendung von Etzold. Zunächst müssen die Schnitte in Alkohol entwässert werden.

Das Färben geschieht dann in folgenden Schritten:

- Jeden Schnitt auf je einen Objektträger überführen, auf dem die Färbung durchgeführt wird.

  • Etzold Blau Farblösung.     5-8 Min. gelegentlich schwenken.
  • Kurz abspülen in destilliertem Wasser
  • In zwei Portionen Ethanol 30%ig abspülen.     je 30 Sek.
  • In Ethanol 70%ig differenzieren     ca. 30 Sek.
  • In zwei Portionen Ethanol 30%ig abspülen.     je 30 Sek.
    der Rest des überschüssigen Farbstoffes geht ab.
  • Entwässern in zwei Portionen abs. Isopropanol     je 1 Min.
  • Je nach Einschlußmittel über Xylol oder gleich einschließen.

    Überschüssige Flüssigkeit mit einer feinen Pipette absaugen.

Danach erfolgt sofort das
 

Einbetten

Wichtig: jetzt darf kein Wasser mehr im Präparat oder auf dem Objektträger sein, sonst wird die ganze Angelegenheit milchig. Den Schnitt exakt mittig auf dem Objektträger ausrichten. Auf den noch Isopropanol-feuchten Schnitt eine geeignete Menge Euparal geben und ein gut gereinigtes Deckgas vorsichtig und kippend auflegen. Überschüssiges Euparal ganz vorsichtig mit Ethanol abwischen. Das Deckglas darf sich dabei nicht bewegen, weil der Schnitt eventuell zerreisst. Fehlt Euparal, so kann es vorsichtig mit einem Zahnstocher tröpfchenweise unter das Deckglas bugsiert werden.

Aushärten

Je nach dem, wie viel Euparal verwendet werden musste, dauert das aushärten 5 bis 10 Tage. Während dieser Zeit das Deckglas vorsichtig mit einer M10-er Mutter beschweren. Dabei kann wieder Euparal austreten. Bei höheren Temperaturen (50°C)wird das Aushärten deutlich beschleunigt.

Beim Eindecken entstehen immer -ganz gleich was Sie dagegen unternehmen- kleine Luftblasen. Und -oh Wunder- verschwinden die während des Aushärtens ganz von selbt.

Beschriften


Juhu! fertig! Und das ist das Ergebnis (NovexB Semiplan-Objektiv 40x und CMEX):

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